• Philipp Jochimczyk

Fünf Fragen, die dich deinem Purpose näher bringen

Aktualisiert: 11. Aug 2020

Der Jahreswechsel ist die Zeit der Reflektion und der guten Vorsätze. Fitter werden, gesünder essen, mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens haben oder mit dem Rauchen aufhören sind nur ein paar der Vorsätze unserer Zeit. Diese scheinen, sind wir ehrlich, allzu oft nur Lippenbekenntnisse zu sein, wenn wir betrachten wie viele der Menschen um uns herum tatsächlich verwirklichen, was sie sich vorgenommen haben. Der Trott des schnell zurückkehrenden Alltags scheint für die meisten eine unüberwindbare Hürde zu sein. Woran liegt das? Es ist ein großer Unterschied ob wir uns einen Vorsatz setzen, weil er in Mode ist, wir es tun, weil „man“ dies eben so tut zum Jahreswechsel oder ob eine starke intrinsische Motivation dahintersteht. Mit anderen Worten, Klarheit über den eigenen Purpose ist der Schlüssel zum mühelosen erreichen der eigenen Ziele.

Die folgenden fünf Fragen haben wir für alle zusammengestellt, die sich immer wieder mal fragen, was ihr persönlicher Purpose oder Lebenssinn eigentlich sein könnte. Sie sind ein guter Ausgangspunkt für eine ehrliche Reflektion.



1. Wenn ich meine aktuellen Ziele alle erreicht hätte, wie würde ich mich fühlen und sind die Erfahrungen und Emotionen auf dem Weg dorthin es wert?

Ziele können aus den unterschiedlichsten Motiven gesetzt werden. Meist eint sie eine Eigenschaft: Jedes Ziel, das es in der Zukunft zu erreichen gilt ist an die Erwartung gebunden, dass es zu einer lebenswerteren Zukunft, einem glücklicheren Leben führt, wenn es erreicht wird. Hierin liegt ein Dilemma, welches bereits Eckhart Tolle treffend beschreibt: Sobald wir uns Ziele setzen, von deren erreichen ein glücklicheres Dasein abhängt, berauben wir uns der Möglichkeit jemals glücklich zu sein. Der einzige Moment, in dem wir glücklich sein können ist immer jetzt. Sich Ziele zu setzen ist allgemein sehr sinnvoll. Werden sie allerdings aus dem falschen Antrieb gesetzt, mit anderen Worten aus einem Antrieb heraus der nicht dem eigenen Purpose entspricht, macht ihr Erreichen nicht dauerhaft glücklich. Es lohnt sich also, zu reflektieren weshalb wir uns bestimmte Ziele setzten und was die wahren Motive dahinter sind. In dem Satz, der Weg ist das Ziel, steckt viel Wahrheit. Raubt der Weg zum Ziel viel Kraft und laugt aus? Muss auf diesem Weg viel Zeit mit Menschen verbracht werden, die ich eigentlich lieber nicht in meinem Leben hätte? Muss ich auf dem Weg Dinge tun, die sich überhaupt nicht gut anfühlen und die gegen meine Werte sprechen? Wenn die Antwort auf diese Fragen in einem oder mehreren Fällen ja lautet, dann befinde ich mich wahrscheinlich in einer Situation, in der ich für das zukünftige Ziel sehr viel Zeit entgegen meiner inneren Wahrheit, entgegen meines Purpose aufbringe. Dies alles sind Indikatoren dafür, dass wir uns vielleicht die falschen Ziele gesteckt haben. Ein Beispiel hierfür ist der Job, der zwar ziemlich viele finanziellen Annehmlichkeiten mit sich bringt, aber keinerlei Bedeutung für einen persönlich hat. Oftmals sind Ziele, deren nacheifern diese Situationen hervorrufen, aus äußeren Erwartungshaltungen und dem Nachahmen des vermeintlich erstrebenswerten oder einer von außen angenommenen, stereotypen Vorstellung von Erfolg entstanden. Dies sind gute Indikatoren dafür, die eigenen Ziele eventuell zu überdenken.

Wenn uns auf dem Weg zum Ziel hingegen die Dinge leicht von der Hand gehen, der Weg dorthin uns inspiriert und Energie gibt und wir uns schon vor erreichen des Ziels im „Flow“ befinden, dann sind dies gute Anzeichen dafür, dass wir ein Ziel aus unserem wahren Purpose heraus verfolgen. In dem Fall spielt das Erreichen des Ziels auf einmal gar keine so große Rolle mehr. Vielmehr ist wichtig, dass die Richtung stimmt. Um dies herauszufinden, lohnt es sich neue Dinge auszuprobieren, die vielleicht schon länger im Hinterkopf darauf warten.


2. Wovor habe ich Angst und was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?

Unsere Sorgen und Ängste sind die größten Hürden, wenn es darum geht aus der eigenen Komfortzone heraus zu kommen und neues zu entdecken. Selbst dann, wenn die Komfortzone eine ist, in der sich immer wieder die Frage stellt: „Soll es das gewesen sein?“ Doch was sind unsere Ängste eigentlich? In erster Linie bestehen sie aus Gedanken über eine fantasierte Zukunft, basierend auf Gedanken aus der Vergangenheit und Geschichten von anderen. Geschichten die diese anderen meist selbst gar nicht erlebt haben. Diese Geschichten machen wir uns zu eigen, bis sie zu Glaubenssätzen werden die bei so manchem Impuls aus der eigenen Komfortzone auszubrechen und das Traumleben Wirklichkeit werden zu lassen, entgegenschmettern: „Lieber nicht!“ oder „Das wird doch soundso so nichts!“. Wie oft haben sich Ängste und Sorgen schon als unbegründet herausgestellt? Welche sind die Traumziele die du eigentlich lieber verfolgen würdest und welche Ängste und Sorgen halten dich ab? Wenn du das weißt, ist ein großer Schritt getan! Wer es schafft sich diesen Ängsten zu stellen wird meist herausfinden, dass sie unbegründet waren. Dass sie nichts weiter waren als eine Lügengeschichte, die wir zu unserer Wahrheit gemacht haben. Die Belohnung ist persönliches Wachstum und einen Schritt näher dran, den eigenen Purpose zu leben. Das schönste dabei, es gibt nichts wirklich zu verlieren.



3. Wenn du heute schon dein Traumleben leben würdest, würde es dann einen Unterschied machen ob du nur noch ein Jahr oder fünfzig Jahre zu leben hättest?

Stell dir vor, du würdest deinen Purpose kennen und lebtest ein Leben, das geprägt ist durch deine innere Wahrheit, der du gefolgt bist. Die meiste Zeit lebst du im Flow und du spürst, dass alles jetzt gut ist wie es ist. Es ist sozusagen dein Traumleben, dass du in vollkommener Erfüllung lebst. Würde es nun einen Unterschied machen, ob es noch ein Jahr oder fünfzig Jahre dauert? Im Grunde ist dies die Frage nach der Angst vor dem Tod. Wenn du sie mit ja beantwortest, lebst du vermutlich noch an deinem Purpose vorbei. Im Grunde verbirgt sich hinter dieser Angst vor dem Tod, so hart es klingt, das schlechte Gewissen die eigene Lebenszeit zu vergeuden indem das Leben eines anderen gelebt wird.

Den eigenen Purpose zu finden und zu leben ist die beste Medizin gegen die Sorgen vor dem Unvermeidlichen. Wie sieht dein Traumleben aus und was kannst du jeden Tag, beginnend mit Heute, tun um es zu verwirklichen? Der Schlüssel liegt hier darin, Verantwortung für dieses eigene Traumleben zu übernehmen. Es ist die Verantwortung, die die Freiheit der Wahl mit sich bringt. Auch wenn gefunden ist, wofür wir bereit sind Zeit und Mühen zu investieren, bedarf es harter Arbeit darin wirklich gut zu werden. Um wirklich gut in etwas zu werden, dass man liebt zu tun, kommt man nicht darum herum darin richtig schlecht gewesen zu sein.


4. Wenn mir total egal wäre, was andere über mich denken, was würde ich ändern?

Sind wir mal ehrlich, wir alle haben mindestens einmal Dinge getan um irgendjemanden etwas zu beweisen oder wen auch immer zu beeindrucken. Noch viel öfter haben wir viele Dinge gelassen, weil wir zu viel darüber nachgedacht haben was andere wohl darüber denken. Diese Perspektive verhindert zuverlässig, herauszufinden was dein eigener Purpose ist. Wenn du also ausblendest was andere denken darüber denken könnten was du tust und wie du auf sie wirkst, was würdest du dann anders machen? Was würdest du ausprobieren oder erleben wollen? Welchen Job würdest du dir aussuchen? Würdest du dir deinen Job vielleicht sogar selbst „erfinden“, in dem du das zu deiner Berufung machst, was dir wirklich Freude und Erfüllung bringt?

Die Wahrheit ist, den allermeisten Menschen ist ziemlich egal was du tust. Vermutlich denken sie gerade darüber nach, was andere über sie denken. Und den Menschen die sich für dich und das was du tust interessieren, deinen Liebsten, ist vor allem wichtig, dass du glücklich und erfüllt bist. Und das sind wir, wenn wir unseren Purpose kennen und leben, was immer das für dich bedeutet. Finde und tue also etwas, dass dir und anderen gut tut.



5. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du tun?

Wie oft hast du schon den Satz gehört: „Die Kunst geht nach Brot.“? Und wie oft hast du etwas gelassen, dass du vielleicht gerne getan hättest, weil man (der berühmte Herr Man Sollte) damit sicher kein Geld verdienen kann. Angefangen bei der Studienwahl bis zur guten Idee, die von vorn herein zum Scheitern verurteilt wurde. Ja, spätestens seit Maslow wissen wir, dass es deutlich einfacher ist sich mit „Lebensproblemen“ wie der eigenen Erfüllung auseinanderzusetzen, wenn „Geldprobleme“ gelöst, der Teller voll und ein Dach über dem Kopf ist. Doch wie voll müssen unsere Teller noch werden? Stell dir vor du setzt heute einen beachtlichen Teil deiner Lebenszeit ein, in der Regel fünf von sieben Tagen, um deine Geldprobleme zu lösen. Dabei spielte die Art der Tätigkeit erstmal keine große Rolle und vielleicht ist sie auch nicht besonders erfüllend. Obwohl es vielleicht der Status Quo ist, bist du recht gut darin. Jetzt stell dir vor, du würdest diese Zeit mit einer Tätigkeit verbringen, die du aus vollem Herzen gerne tust. Wie gut würdest du darin wohl werden können? Sicherlich besser als darin, was du nur des Geldes wegen tust. All die Menschen, die für die eigenartigsten Tätigkeiten bezahlt werden, sind die besten Beispiele. Sie werden dafür bezahlt, weil sie besonders gut darin sind und sie sind besonders gut darin, weil sie es aus ihrem inneren Antrieb heraus tun. Sich nach und nach diesem Eigenen anzunähern, in dem mehr und mehr Zeit dafür freigemacht wird, ist ein verlässlicher Weg. Am ende kaufen ihnen die Menschen ab, wozu sie etwas tun, nicht was sie tun.


Die wirklich guten und wirksamen Vorsätze kommen mit dem Annähern an den eigenen Purpose ganz von selbst. Er wirkt in befreiender Weise handlungsleitend. Und das beste: es braucht auf einmal keinen Jahreswechsel mehr, um die Dinge schon heute in Angriff zu nehmen. Auf das 2020 euer Jahrzehnt voller positiver Verwirklichungen wird!

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