• Philipp Jochimczyk

Wieso der Sinn im Leben für immer mehr Menschen noch vor Status, Rolle und Gehalt kommt

Aktualisiert: 11. Aug 2020

Es ist längst kein Geheimnis mehr. Vor allem Millennials stellen sich allen voran die Frage für welchen höheren Zweck sie ihre wertvolle Zeit einsetzen wollen, nicht nur im privaten, sondern vor allem auch im Job. Kein Wunder, es ist der Lebensbereich, in dem wir die meiste Lebenszeit verbringen. Sind wir mal ehrlich, in vielen Teilen ist private und Arbeitszeit kaum noch zu trennen. So oder so, alles davon ist Lebenszeit. Millennials fragen sich, welche Auswirkungen haben sie mit Ihrem Job? Sie sehen das größere Bild. So wird es für Unternehmen in gewissen Branchen immer schwieriger, die smartesten Talente für sich zu gewinnen. Perks & Benefits, mit anderen Worten imaginäre Statussymbole reichen kaum noch aus. Auf jeden Fall nicht um ein Talent auch langfristig zu halten. Perks & Benefits machen zufrieden. Sie sind kein Garant für echtes Engagement! Fakt ist, 75% der Millennials wählen und entscheiden sich bewusst für Unternehmen, das in seinem Wirken positives in der Welt bewirkt (Deloitte, Global Millennial Survey 2016). Weltweit ist ein zunehmender Trend in diese Richtung zu erkennen.


Google Trends zum Suchbegriff "purpose in life" 2007 bis heute, weltweit.

Ist es eine gute Nachricht, dass sich Menschen intensiver mit ihrem Purpose beschäftigen? Aus unserer Sicht ein eindeutiges Ja! Betrachten wir den größeren Zusammenhang, bedeutet dies positiven Fortschritt auf vielen Ebenen.


1. Viele der Probleme, die wir heute auf individueller Ebene haben, wie z.B. fortwährende Unzufriedenheit, ein Gefühl des unerfüllt seins, latente Unruhe, Stress, negative Gedankenschleifen usw. entstehen erst durch fehlendes Bewusstsein und mangelnde Introspektion. „Gelindert“ werden diese Gefühle durch Ablenkung von außen. Viele der uns bekannten Süchte sind folge dieser Ablenkung. Aber auch zwanghafter Konsum, der kurzfristig Dopamin freisetzt, lenkt von der eigenen unbequemen Wahrheit hervorragend ab. Die Frage nach dem eigenen Purpose führt unweigerlich zur intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst. Was anfangs für viele schwer und auch schmerzhaft sein kann, wird zum Befreiungsschlag und setzt ungeahnte Potenziale im positivsten Sinne frei – im privaten wie im beruflichen.


2. Menschen, die ihren Purpose kennen und leben sind engagiert in dem was sie tun und springen von Flow Zustand zu Flow Zustand. Wer eine Person in seinem Umfeld hat, die ihren Purpose kennt und lebt, weiß wovon ich sprechen. Mit einem unglaublichen Präsenz und Energie scheinen sie Aufgaben zu vollbringen, von den andere nur träumen können und alle fragen sich, wie macht er/sie das bloß? Sie sind, oft unbewusst, eine Inspiration für alle in ihrem Umfeld.


3. Der dritte Punkt hängt sehr stark mit dem ersten zusammen. Liegen die Probleme auf individueller Ebene oft im Verborgenen, werden sie spätestens auf kollektiver Ebene sichtbar. Fast scheint es, als wäre die Welt und ihr aktueller Zustand ein Abbild des „kranken Geistes“ der Menschheit selbst. Die Symptome zeigen sich mehr denn je im Klimawandel, der steten und unwiederbringlichen Vernichtung unserer Ressourcen und die damit einhergehende Zerstörung unserer Ökosysteme. Alles ausgelöst durch einen schier unstillbaren Hunger nach der Befriedigung immer neuer Bedürfnisse die vermeintlich die innere Leere füllen sollen. Die Beantwortung der Sinnfrage auf persönlicher Ebene ist mit einer der größten Hebel genannte Probleme zu lösen.


Was bedeutet das für Unternehmen, die langfristig erfolgreich existieren wollen? Zunächst sind genannte Punkte eine schlechte Nachricht für all jene Unternehmen, die von künstlich erzeugtem, sinnlosem Konsum profitieren. Wir erinnern uns, was die jetzigen und nachfolgenden Generationen als Entscheidungsgrundlage nutzen – Purpose! Entsprechend durchschauen sie schnell, welche grundlegenden Motivationen hinter den Geschäftsmodellen der Unternehmen stecken. Wenn sie die Frage für sich beantwortet haben, wissen sie sehr genau wonach sie Ausschau halten. Wir haben noch kein smartes Talent getroffen, welches sich in vollem Bewusstsein seines Purpose mit seiner Lebenszeit für ein Unternehmen einsetzt, welches in einem größeren Zusammenhang durch sein Wirtschaften mit seinen negativen Folgen auf ökologischer wie sozialer Ebene hervortut.


Die positiven Effekte von Purpose sind messbar.

Für alle Unternehmen, mit Purpose der klar, intrinsisch und damit immer auch an einen realen Wertbeitrag gekoppelt ist, kommt die gute Nachricht: Wenn sie Talente in ihre zu besetzenden Positionen bringen, deren Purpose nah am Unternehmens Purpose liegt, werden sie mit einer Produktivität belohnt, die um 125% - 225% höher liegt (Bain & Company 2015). Doch nicht nur das. Neben vielen weiteren Benefits, über die wir an anderer Stelle schreiben werden, stechen die sinkenden Fluktuationsraten heraus. Purpose driven Companies haben deutlich niedrigere Fluktuationsraten als ihre Peers. Ein Mensch der, seinen Purpose kennt und sich auf dieser Basis für einen Job entscheidet, wird nicht wieder so schnell zu suchen beginnen. Purpose bewusste Mitarbeiter*innen werden mit 69% geringerer Wahrscheinlichkeit ihren Job in den nächsten sechs Monaten kündigen, als Mitarbeiter*innen die ihren Purpose nicht kennen.


Zusammenfassend stellen wir fest:

Die Sinn Frage ist also Wohlfühlfrage, sondern wird mehr und mehr zum messbaren Überlebensfaktor für Unternehmen. Auf individueller Ebene spielt der Lebenssinn vermehrt die Größte Rolle, weil die Erkenntnis reift, dass die berühmte Karotte allein auf Dauer nicht die Erfüllung bringt. Mit unseren Workshops bereichern wir Ihr Unternehmen, in dem wir ihren Purpose finden und sie damit fit für das Jahrhundert des Bewusstseins machen.

©2020 Jochimczyk/Plescher GbR. Alle Rechte vorbehalten.

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